Das Abiturzeugnis in der Hand, das war schon ein komisches Gefühl. Zum einen bestand es aus Freude, endlich kein Lehrer mehr vor der Nase. (Herr Putlitz vor der Bewertung meiner Mathe-Prüfung: „Tilo, die Prüfung war schwierig, nicht einmal ich hätte alle Aufgaben lösen können“ – ein kompetenter Satz, der ewig in meinen Ohren klingt). Dann war noch das Gefühl der Dankbarkeit. (Herr Pollex: „Tilo, ich möchte, dass Du in meinem Geschichtskurs mitmachst.“ – Hab ich. Und das hatte Folgen.)

Vor den Folgen nahm ich als Zivi das Schwesternzimmer der chirurgischen Station Zwei des Forßmann-Krankenhauses Eberswalde als Kampfplatz für den Frieden. Eines Tages schlug das „Pollex-Schicksal“ zu mit einer Annonce im „Oberbarnimer Kreisblatt“, es wurden Autoren für historische Artikel gesucht. Ich also hin zur damaligen Chefin Barbara Laffin, die mich 20-jährigen verwundert ansah: „Ich dachte, es melden sich Rentner.“ Weit gefehlt. Ich hatte den Job. Nach dem OK war ich bei der MOZ bis Ostern 1994 BB Radio seine Lokalstation in Eberswalde eröffnete. Da pulsierte sie wieder: meine Schulfunkader.
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